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Growing: Das Dampfdruckdefizit (VPD) - Das Wichtigste auf einen Blick

27.02.2025 10:37
von grow! Magazin
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Growing

Das Dampfdruckdefizit (Engl. vapor pressure deficit, VPD) ist eine der wichtigsten Maßeinheiten und wird oft übersehen, hat aber einen enormen Einfluss auf das Wachstum deiner Pflanzen. Es beschreibt die Differenz zwischen der aktuellen Feuchtigkeit in der Luft und der maximalen Feuchtigkeit, die die Luft bei einer bestimmten Temperatur aufnehmen kann, oder vereinfacht gesagt, wie viel Wasser die Luft bei der momentanen Temperatur noch aufnehmen kann und dementsprechend auch, wie stark die Luft an dem Wasser in der Pflanze zieht. Das ist wichtig, denn durch die Verdunstung entsteht ein Sog, der das Wasser (und damit auch die wichtigen Nährstoffe) durch die Pflanze und ihre Wurzeln aus dem Substrat zieht.

Ein niedrigeres Dampfdruckdefizit (hohe Luftfeuchtigkeit und/oder niedrige Temperatur, kaum Verdunstung) bedeutet, dass die Pflanze nicht viel Wasserdampf in die Luft abgeben kann und dadurch Schwierigkeiten hat, ausreichend Wasser und damit auch Nährstoffe aus der Erde aufzunehmen, was dann zu Wachstumsstörungen führen kann. Ein höheres Dampfdruckdefizit (niedrige Luftfeuchtigkeit und/oder hohe Temperatur, viel Verdunstung) bedeutet, dass die Pflanze zu ihrem eigenen Schutz kein Wasser in die Luft abgeben kann, da der Sog zu hoch ist und sie ihren Stoffwechsel herunterfahren muss. Die richtige Balance ist entscheidend.

Da das Dampfdruckdefizit eine Kombination von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist, gibt es viele Wege, darauf Einfluss zu nehmen. Am effektivsten ist es allerdings, gleich auf beide Größen einzugehen. Generell sollte sich die Temperatur in der Lichtphase zwischen 23 und 30 Grad bewegen, zumindest ohne Zugabe von CO2. Darunter und darüber nimmt die Photosyntheserate ab und es kann zu Problemen mit der Lichtverarbeitung und Nährstoffaufnahme kommen.
Das Dampfdruckdefizit ist eine Kombination von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, das heißt, dass für jede Temperatur der optimale Bereich der Luftfeuchtigkeit anders ist. Bei 24 °C ist die notwendige Luftfeuchtigkeit für optimales Dampfdruckdefizit viel niedriger als bei 28 °C. Wenn also die Temperatur sinkt, sollte auch die Luftfeuchtigkeit gesenkt werden, und wenn die Temperatur steigt, sollte sie entsprechend erhöht werden. Bei Tagesbeginn ist das meistens kein Problem, weil mit dem Anfang der Lichtperiode der Stoffkreislauf der Pflanze in Gang kommt, aber gerade der Beginn der Dunkelperiode bereitet oft Probleme mit einem schnellen Anstieg der Luftfeuchtigkeit, sobald die Lampen ausgehen.

Bis sich die ersten Blüten an der Pflanze bilden, sorgt ein eher niedriges Dampfdruckdefizit für rapides Wachstum, der Bereich von 0,8 bis 1,2 ist hier optimal. Ab etwa der dritten Blütewoche, wenn schon die ersten kleinen Buds sichtbar sind und die Pflanze sich nicht mehr streckt, sollte das Dampfdruckdefizit höher liegen, der Bereich zwischen 1,1 und 1,4 ist hier optimal. Wichtig ist, große Schwankungen im Tagesverlauf zu vermeiden, denn die kosten die Pflanzen Energie und machen sie anfälliger für Befall von Erregern und/oder Krankheiten. Gerade Mehltau liebt das.

Dampfdruckdefizit kontrollieren:

Um das Dampfdruckdefizit zu kontrollieren, gibt es mehrere Strategien. Zuerst müsst ihr wissen, was überhaupt im Zelt passiert, also besorgt euch Sensoren, die die Daten für euch sammeln. Sie sind kostengünstig und machen sich mit jeder erfolgreichen Ernte bezahlt. Im Endeffekt läuft es meistens auf eine Kombination von Be- und Entfeuchtern und Kontrolle der Abluft hinaus. Entfeuchter können helfen, die Luftfeuchtigkeit auf einem optimalen Niveau zu halten, allerdings lässt ein Entfeuchter im Zelt die Temperatur schnell ansteigen. Wenn der Entfeuchter nur in der Dunkelphase läuft, wird vermieden, dass sich das Zelt zu stark erhitzt (die Lampe gibt keine Wärme ab) und der rasante Feuchtigkeitsanstieg nach dem Ausgehen der Lampen wird abgeflacht. Alternativ kann auch ein stärkerer Entfeuchter außerhalb des Zeltes stehen und die Abluft erhöht werden. Dies hat allerdings eine langsamere Reaktion zufolge und kann damit nicht auf rapide Veränderungen eingehen. Sind nur kleine Anpassungen nötig, kann auch eine leichte Temperaturveränderung helfen, im grünen Bereich zu bleiben. Heizmatten sind da eine gute Option, helfen aber nur bei kleinen Zelten wirklich gut.

Eine andere Möglichkeit, die Schwankungen zu reduzieren, ist, den Lichtzyklus in der Box entgegengesetzt zum Tagesverlauf zu programmieren, sodass die Lampen angehen, wenn es draußen Nacht wird. Das ist vor allem im Sommer ein guter Trick, um die Mittagshitze zu vermeiden, kann aber auch im Winter helfen, Schwankungen zu begrenzen.

Abgesehen von der technischen Seite, kann auch über die Anzahl der Pflanzen in der Box und darüber, wie stark entlaubt wird, Einfluss genommen werden. Mehr Blätter in der Box bringen höhere Luftfeuchtigkeit, und wenn es wirklich gar keine andere Kontrollmöglichkeit gibt, können in der Blüte auch nahezu alle Blätter von der Pflanze entfernt werden. Die Buds tragen auch zur Photosynthese bei, und weniger Ernte ist immer noch besser als Schimmel.

Unabhängig von alldem ist jetzt im Winter gute Umluft absolut essenziell. Hier auch lieber stetig und überall verteilt, als stark und direkt auf die Pflanzen gerichtet. Für die Entstehung von Befall ist nämlich immer das Klima direkt an den Blüten wichtig und da bildet sich dann schnell ein Mikroklima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ab 85 % Luftfeuchtigkeit freut sich dann Botrytis, breitet sich aus und lässt einem die schönen dicken Buds verschimmeln. Nein, danke.

Zum Abschluss:

Mit der richtigen Planung und dem notwendigen Wissen kannst du deine Pflanzen gesund und kräftig durch den Winter bringen und dich schon bald auf eine erfolgreiche Ernte für Frühjahr und Sommer freuen. Ein guter Indoor-Anbau erfordert Präzision, Geduld und das richtige Equipment – aber mit der richtigen Auswahl an Sorten und einem gut abgestimmten Klima in der Box wird dir der Erfolg sicher sein.

Humboldt Seed Company

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